In den letzten 12 Monaten ist so ungemein viel passiert, dass Berichte mit Blick hinter die Kulissen viel zu kurz kamen, wenn nicht sogar ganz aus blieben. Das tut uns natürlich Leid und war mehr ungewollt, weil getrieben von eben all diesen Dingen (in wahlloser Reihenfolge)…..
Da ist zum einen Mal die Unterstützung, welche wir von Freunden und Investoren (u.a. von der Zürcher Kantonalbank) erhalten haben. Dies bedurfte eine sorgfältigen Vorbereitung, der Erstellung einiger Dokumente (obwohl wir hier glaube ich recht verschont wurden – danke) und vielen Gesprächen, die uns erstmals von Aussen neue Sichtweisen eröffneten. Schliesslich nach nur 4 Monaten: Wir konnten unabhängig bleiben und doch auf das Know-how und die finanzielle Unterstützung von tollen Menschen um uns herum zählen. Dieser Schub hat uns immens viel gebracht. Einerseits hatten wir zuvor begonnen uns zu “verzetteln” und unser Ziel und unsere Vision aus den Augen zu verlieren. Andererseits verfolgten wir immer noch ein starkes Trial & Error Verfahren in vielen Bereichen wie beispielsweise in Online Marketing. Das musste aufhören.
Klar man muss sich, die Idee und neue Wege ausprobieren. Aber irgendwann ist dann auch mal Schluss. Unsere Freunde, Investoren und Partner gaben und geben uns einen Kompass und Leitplanken, an denen wir anecken können – die uns am Ende aber immer auf Kurs halten.
Ärgerlich war in 2012 einzelne Aktionen, die man aus heutiger Sicht lieber vermieden hätte. Die TV Spots waren ein solcher. Im Grundsatz korrekt, gezielt eingesetzt vertretbar. Aber mit immensen Summen in mehreren Ländern drauf los zu schalten sicher nicht. Traffic ohne ende, aber nicht im benötigen Masse die nötigen Käufe dazu, um wirklich den Invest zu rechtfertigen. Die Ausweitung des Produktsortiment war ein anderer Fehler, zumindest in der Art und Weise wie wir es getan hatten. Grundsätzlich streben wir ein breiteres Sortiment an. Allerdings wurden wir immer mehr zu einem assortierten Schokoladendschungel ohne Konzept. Angespornt durch gute Verkaufszahlen der ersten neuen Produkte waren wir nicht mehr aufzuhalten. Die Folge.

Erstens sabotierten wir geradezu unsere eigenen Produktionsprozesse. Alles in unserem Shop wird frisch auf Bestellung produziert. Durch die enorme Vielfalt der Produkte mit unterschiedlichen Abkühlzeiten usw, wurde die Abstimmung von Produktion und Versand extrem komplex. Dies führte zu längeren Lieferzeiten, höhere direkte Produktionskosten, weniger Marge, die Liste geht noch lange weiter….also nicht lustig.
Das ganze wurde noch gekrönt mit einem kompletten Relaunch unserer Website von Magento free (Hobby) zu Magento Enterprise (für Erwachsene) und , weil uns sonst eventuell langweilig geworden wäre, auch zu der Umstellung der Produktion von Papier zur Cloud – komplett ohne Papier – nur per iPad bei jeder Arbeitsstation.
Natürlich ging alles viel länger als im Projektplan vorgesehen und so arbeiten wir noch immer an Aufgaben, welche eigentlich vor 10 Monaten hätten fertig sein sollen. Der Druck war enorm, als wir im Herbst 2012 merkten, dass eigentlich so gar nichts rechtzeitig fertig wird. In jedem Fall mussten die Website, die Produktion und die Pralinen vor dem Weihnachtsgeschäft live gehen. Alles kam später, kostete mehr und war trotzdem ganz und gar nicht fehlerfrei. Unsere Prozesse, die IT, das Marketing,…Hier haben glaube ich alle Beteiligten stark gelitten.
Heute sind wir einen grossen Schritt weiter gekommen. Auch und vor allem Dank unserer Partner, welche mit uns auch diese schwierige Zeit überstanden haben. So manches mal gingen die Emotionen hoch, wenn ein installierter Prozess nicht eingehalten oder ein Go-Live zum xten Mal verschoben werden musste. Heute haben wir eine (noch nicht 100%, aber 95%) stabile Produktions App und wieder ein fokusiertes Produktsortiment – mit Konzentration auf unsere Premiumtafeln.
Wir haben nun begonnen eigene Rezepturen auszubauen und stellen fest, dass diese von unseren Kunden ebenso sehr beliebt sind. Selber kreieren ist zwar immer noch die Mehrheit der Bestellungen – unsere vorgeschlagenen Rezepturen holen aber mächtig auf. Daher werden wir diesen Bereich – und nur diesen Bereich – auch weiterhin kontinuierlich ausbauen.

Sayonara (Weisse Schokolade, Matcha Grüntee, karamel- liserter Puffreis, Jasmin-Sand) ist hier zum Beispiel einer der beliebtesten Rezepturen, welche wir – wie immer – nie vorproduzieren, sondern immer frisch auf Auftrag herstellen.
Was mich persönlich aber seit dem Start am 19. April 2010 enorm freut, ist immer noch die rege Teilnahme und das Interesse an unseren Produkten, an mySwissChocolate und unserer Geschichte. Es begleiten uns nun doch schon viele treue Fans seit Anbeginn (und besuchen uns sogar vor Ort in Pfäffikon), hier im Blog, per Mail oder auch in Facebook, wo wir auch unterdessen auf stolze 80’000 Fans gewachsen sind. Zuletzte auch wieder bei unserer Aktion zum Muttertag. Klar machen mehr mit, wenn es etwas zu gewinnen gibt. Aber die Teilnahme ist doch schon erstaunlich.
Einen ganz wichtigen Step forward haben wir in unserer strategischen Ausrichtung gemacht, weiter hin zum Premiumprodukt, als wir unser neues Product Label eingeführt haben.
Unsere Schoggi war und ist seit Beginn sehr beliebt – die Verpackung “versprach” aber etwas anderes. Oft ist es wohl so, dass aus dem Marketing die edelsten Verpackungen kommen mit einem Produkt, welches dann eher enttäuscht. Wir hatten “schlauerweise” den anderen Weg gewählt. Wir hatten ein leckeres und beliebtes Produkt, erzeugten aber mit unserer Verpackung den Eindruck eines ……mir fällt kein gescheiter Ausdruck ein…aber nichts was dem Premiumprodukt drinnen gerecht wurde (jemand nannte unsere Verpackung mal die “Word-Vorlage”).



Dem Product Label folgte in logischer Konsequenz dann die heutige Verpackung. Eine hochwertige Verpackung für unsere weisse, vollmilch und zartbitter Schokolade, die dem Ausdruck Premium auch gerecht wird.
Unsere ganze Aufmerksamkeit in den nächsten Wochen und Monaten im Sommer gehört nun 2 Themen:
1. Individualisierung der eigenen Premiumverpackung. Wir hatten dies seit 2011 bereits im Shop, aber nicht mit der neuen Verpackung. Was wir im B2B Bereich bereits erfolgreich praktizieren werden wir noch ausgeprägter im Shop anbieten. Die Individualisierung über eine Banderole.
2. Chocogreets: Den Wunsch von überall auf der Welt, jederzeit einen persönlichen Brief nach Hause senden zu können verfolgt mich bereits seit langer Zeit. Mit chocogreets bieten wir nun einen Service an, mit dem man seinen persönlichen Grusstext, mit einem eigenem Foto auf charmante Art und Weise (auf einer Schokoade 50g) innert 48h als Briefpost versenden kann. Wir haben dies zuerst als Facebook App, als Widget und auf einer Website (www.chocogreets.com) getestet und werden in nicht allzuferner Zukunft auch dazu Smartphone Apps launchen. Hier liegt auch das eigentliche Potential. Es gibt noch einige spannende Feature dazu. Dazu aber mehr kurz vor dem Go-Live (und der ist ja wie wir gelernt haben nicht immer fix).
Jetzt ist der Bericht zwar etwas lang geworden, aber ich hoffe es war trotz allem interessant. Ich freue mich immer über Feedback von Euch.
Euer Sven von den swiss chocolate guys


















